Neo Rauch, geb. 1960 in Leipzig, ist durch seine rätselhafte Bildsprache zum wichtigsten Vertreter der sogenannten Neuen Leipziger Schule geworden. Er fügt in seiner Malerei Motive aus unterschiedlichen Zeiten und Räumen collageartig zu einem Ganzen zusammen. Dabei entwickelt sich ein erzählerischer Charakter, der aber kaum zu entschlüsseln scheint. Die schlafwandlerischen Bildakteure sind gefangen in einem absurden Theater, in einem Traum. Rauch selbst bezeichnet seine Malerei als surrealistischen Verismus. Dabei zitiert er sowohl in den Fakten als auch in einer altmeisterlichen Malweise Kunst- und Kulturgeschichte, Comic und Pop-Art. Phantasie und Lebenserinnerung verschmelzen bei ihm zu einer sichtbaren Welt, die uns voller Geheimnisse und Verunsicherungen zurück lässt. Zu seinen Werken sagt er selbst: „Ich habe Leimruten ausgelegt“. Das legt nahe, dass die Betrachter*in darin kleben bleibt und sich darin verfängt mit völlig offenem Ausgang.

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© Germaine Richter