WERNER RICHARD – DR. CARL DÖRKEN STIFTUNG, HERDECKE
In between, Objekt, mixed media, 2026, 155x55x60cm
Germaine Richter greift in ihrem Objekt Themen auf wie „Selbstreflexion“, „Meditieren“, „Sinnen über das Sein“, die Farbe Blau unterstützt diese Ge- danken, sie gilt als Empfindungsraum, als Ort für Stille, Traum und Sehn-sucht.
Zwischen gegeneinander aufgestellten Ästen ruht im Zwischenraum der oberen knospenden Zweige ein Kopf. Er ruht, die halbgeschlossenen Augen lassen auf sein Abwesend-sein schließen, er scheint sein Dasein zu reflektieren. Zwischen den vegetabilen Formen symbolisiert er ein universales Bild vom Menschen, der sein Leben, sein Tun im Umfeld Natur bedenkt. Er ist fest eingebundenes Teil des Ganzen, aber sein Bewusstsein gibt ihm die Möglichkeit, seine Endlichkeit im Verlauf zwischen geboren werden und sterben zu realisieren. Der von den Zweigen umschlossene Raum ist der Raum für Gedanken zum Werden und Vergehen und den gegenseitigen Abhängigkeiten innerhalb der Konstellation von Menschen, Pflanzen und Tieren.
Rein formal arbeitet Germaine Richter mit der Farbe Blau zwischen den Polen Schwarz und Weiß, von ganz dunkel in Bodennähe entwickelt sich das Blau zu ganz hell bis zu Weiß in den obersten Spitzen. Dabei werden auch Zwischentöne zu Rot und Gelb berührt. Die Entwicklung von dunkel nach hell spiegelt ein Wachsen aus der Dunkelheit zum Licht, von unten nach oben, von einem Nein zu einem Ja.
In Anlehnung an den Katalogtext von Anke Schmich