Beide Künstler arbeiten im Wesentlichen installativ im plastischen Bereich, allerdings sind ihre Mittel und auch ihre künstlerischen Positionen recht unterschiedlich. Die Zusammenstellung ergibt sich in diesem Semester durch zwei Faktoren:

  • Erwin Wurm kam im letzten Semester zu kurz, da es zu Maurizio Cattelan so viele – fast möchte ich sagen – begeisterte Nachfragen gab, so steht er in diesem Semester noch einmal auf dem Programm.
  • Ergänzt wird er durch Jaume Plensa, weil das Museum Küppersmühle in Duisburg ihm eine sehenswerte Ausstellung eingerichtet hat, die bis zum 2. November dieses Jahres andauern wird. Da er im gedanklichen Ansatz sehr unterschiedlich vorgeht, lohnt ein bewusster Vergleich.

Erwin Wurm, geb. 1954 in Bruck an der Mur, Österreich, war Professor an der Universität für angewandte Kunst, Wien. Feinsinnig beobachtet er unsere Gesellschaft und setzt einzelne Facetten oft ironisch und eigenwillig in seinen Werken um. Dabei geht es ihm auch um neue Sichtweisen auf „Skulptur“. Mit performativen Akten, geschriebenen Anweisungen, Gedanken oder Videos versucht er, das Verständnis davon zu erweitern. Mit den Aussagen „Humor ist eine Waffe“ und „Vor mir ist nichts sicher“ setzt er Zielmarken für seine Arbeiten.

Jaume Plensa, geb. 1955 in Barcelona, ist Katalane, seine Werke finden sich weltweit, oft an bedeutsamen Orten, mit denen sie zusammen in ihrer Aussage verschmelzen, so z. B. auf dem Campus der Goethe Universität in Frankfurt. Dort steht, „Body of Knowledge“, eine 8 Meter hohe Skulptur eines menschlichen Körpers, dessen Hülle zusammengesetzt ist aus den Zeichen acht verschiedener Alphabete. Jaume Plensa sagt dazu: „Unser Körper ist der Sitz des Geistes. Die Universität ist eine Ausweitung unseres Körpers, ein Versammlungsort, an dem sich Menschen und Ideen, Tradition und Zukunft zu Zwiegesprächen treffen und das Netz menschlichen Wissens weben.“

 

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