Luc Tuymans, geb. 1958 in Mortsel, Belgien, ist Maler, er lebt und arbeitet in Antwerpen. Nach dem Studium der Kunst und Kunstgeschichte zeigen bereits die Bilder seiner ersten Ausstellungen Mitte der 80er Jahre die gedanklichen Schwerpunkte seines Werkes: historische und politische Ereignisse. Vorlagen dafür entnimmt er den Medien oder eigenen Fotos und hinterfragt dabei Inhalt und Glaubwürdigkeit dieser Bilder.
Die Erscheinungsform seiner Malerei ist nüchtern. Sie zeigt sich in ausgebleichten Farben, mit Verfremdungen, im Spiel mit Perspektiven und ungewöhnlichen Ausschnitten, in einer Fahlheit im Kolorit, mitunter durchkreuzt von harten Hell-Dunkel-Kontrasten. Diese Mischung an optischen Reizen, die alle auf Reduktionen im Vergleich zur Vorlage beruhen, lässt den Betrachter beunruhigt mit ambivalenten Gefühlen zurück.
Luc Tuymans kommentiert die Aus- und Weglassungen in seinen Bildern mit den folgenden Worten: „Um etwas zu zeigen, male ich viel weg.“ So schleichen sich die Dinge auf seinen Malereien neblig und ungreifbar in unsere Wahrnehmung und verursachen Unruhe und Ratlosigkeit. Wir erkennen Inhalte, aber sie kommen zu uns wie aus anderen Welten und verursachen ein Unwohlsein, eine Ahnung von einer Welt, die nicht ganz in Ordnung ist.

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© Germaine Richter